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Mitbehandlung psychischer und körperlicher Erkrankungen

Häufig sind Suchterkrankungen begleitet von zusätzlichen Erkrankungen seelischer und körperlicher Art.

Somatische Erkrankungen

Während der Behandlung bieten wir eine intensive ärztlich-pflegerische Beratung und Behandlung. Zu Beginn der Rehabilitation erhalten die Patientinnen und Patienten eine umfassende Aufnahmeuntersuchung. Täglich finden allgemeinärztliche und psychiatrische Sprechstunden statt, in denen akute oder chronische Erkrankungen behandelt werden. Gerade im Rahmen einer Suchtproblematik werden häufig die Gesundheitsfürsorge und bestehende Erkrankungen vernachlässigt. Neben der akuten Versorgung bietet unsere medizinische Abteilung daher Schulungen und Seminare zur Förderung einer gesundheitsbewussten Lebensführung an.

Zur umfassenden Behandlung somatischer Begleit- und Folgeerkrankungen (HIV, Hepatitis C, Diabetes mellitus, Asthma bronchiale, chronische Schmerzzustände etc.) erfolgt eine enge Kooperation mit den internistischen und neurologischen Abteilungen des Evangelischen Krankenhauses Castrop-Rauxel, das sich in unmittelbarer Nachbarschaft der salus klinik Castrop-Rauxel befindet und niedergelassenen Fachärzten in der Region

Depressionen

Eine Depression ist eine tiefgreifende Beeinträchtigung der Befindlichkeit, die sich auf fast alle Bereiche des Lebens auswirkt. Die häufigsten Symptome sind: Freudlosigkeit, Interessenverlust, gedrückte Stimmung, Antriebsminderung, Energiemangel, leichte Ermüdbarkeit, Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen, Mangel an Selbstwertefühl und Selbstvertrauen, Gefühle von Schuld oder Wertlosigkeit, negative, pessimistische Zukunftsperspektiven, Suizidgedanken oder Handlungen, Schlafstörungen, Appetitstörungen, Schmerzen, Libidoverlust. Zwischen 10 und 20 Prozent aller Menschen erleiden irgendwann in ihrem Leben eine Depression, die klinisch relevant ist. Für die Entstehung und Aufrechterhaltung einer Depression sind innerpsychische Vorgänge in Form von ungünstigen Denkmustern, negativen Bewertungen, Grundannahmen und Überzeugungen von entscheidenden Einfluss.Der soziale Rückzug nimmt unter den Bedingungen für die Aufrechterhaltung einer Depression eine zentrale Stellung ein. Er wird u.a. durch das geringe Selbstwerterleben gefördert und führt zur Einschränkung von Sozialkontakten und zu Isolation. Durch die dann ausbleibende Bestätigung und fehlende Wertschätzung durch andere Menschen vermindert sich das eigene Selbstwertgefühl noch weiter. Die soziale Kompetenz nimmt ab, vergleichbar mit einem Muskel, der nicht mehr trainiert wird. Ein weiterer wichtiger Faktor ist der Aktivitätsmangel, der durch den allgemeinen Interessenverlust, der Antriebslosigkeit und dem Energiemangel verursacht wird. Im Rahmen der psychiatrischen Behandlung, der Bezugstherapie und im Rahmen eine speziellen Indikativen Gruppe bieten wir unserenPatientinnen und Patienten Möglichkeiten aus dem Teufelskreis der Depression auszusteigen und wieder ein aktives und zufriedenes Leben zu führen.

ADHS

Ein besonderer Schwerpunkt unserer Arbeit besteht in der Behandlung von ADHS bei jungen erwachsenen Suchtkranken. Die Symptomatik der ADHS—Erkrankung äußert sich vielfältig und stellt eine deutliche Einschränkung der Lebensqualität dar. Nicht selten entsteht eine Suchtmittelabhängigkeit aus dem Versuch der Selbstmedikation der ADHS.

Als Symptome treten z.B. Aufmerksamkeitsstörungen, Motorische Hyperaktivität, Verträumtheit, Affektlabilität, Impulsivität, Chaos, Desorganisation, Schnelle Erschöpfbarkeit und Lustlosigkeit auf.

Im ärztlichen Aufnahmegespräch findet eine Abklärung möglicher Kriterien für die Diagnosestellung einer ADHS, statt. Nach einer intensiveren Diagnosestellung, wir die Behandlung der ADHS in die Behandlungsplanung einbezogen. In der regelmäßigen psychiatrischen Sprechstunde wird die Behandlung begleitet und gegebenenfalls eine Medikation besprochen und verordnet.

Bei der Teilnahme an der indikativen Gruppe ADHS werden zunächst Informationen zu der Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörung des Erwachsenenalters vermittelt. Darüber hinaus werden Skills zur Verbesserung von Aufmerksamkeit, Aktivitätsniveau, Impulskontrolle und Stimmungsregulation vermittelt und somit versucht "chaotische" Verhaltensmuster durch mehr zielorientierte Selbstorganisation zu ersetzen. Neben der Bearbeitung der mit ADHS verbundenen Problembereiche werden in einem ressourcenorientierten Ansatz auch die individuellen Besonderheiten und Stärken des übermäßigen Aktivitätsniveaus, die im täglichen Leben nutzbringend eingesetzt werden können, herausgearbeitet.

Auch in den weiteren therapeutischen Angeboten wird die Problematik explizit berücksichtigt, beispielsweise in der Arbeitstherapie, wo die Vereinbarkeit der Problematik mit beruflichen Anforderungen thematisiert und gefördert wird.

Psychosen

Im Falle einer Zusatzdiagnose einer Psychose des schizophrenen Formenkreises muss die Einnahme von Antipsychotika den Bedingungen der medizinischen Rehabilitation entsprechend gestaltet werden. Patientinnen und Patienten mit einer psychiatrischen Komorbidität müssen dem Therapieprogramm weitgehend folgen können, auch wenn der Therapieplan individuell angepasst wird. Die medikamentöse Behandlung folgt den gültigen Therapieleitlinien der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN).

Es finden bedarfsbezogen zumindest wöchentlich psychiatrische Gespräche statt, in denen der weitere Verlauf der Psychose beobachtet wird und Anpassungen der Medikation erfolgen. Ist eine genügende somato-psychische Stabilität erreicht, so kann eine Teilnahme an der Gruppe „Psychose und Sucht“ veranlasst werden, in der Regel am Ende der Eingangsphase. Über die medikamentöse Behandlung und die Teilnahme an der Indikativgruppe hinaus findet die Doppeldiagnose Berücksichtigung in der Gesamttherapie. Noch verbleibende Positivsymptome, wie etwa das Gefühl, beobachtet zu wer-den oder im Mittelpunkt des Interesses zu stehen sowie Negativsymptome, wie Antriebslosigkeit, Passivität, verminderte Ausdauer und Belastungsfähigkeit können dazu führen, dass die Teilnahme an Therapie-Einheiten nicht oder nur in eingeschränktem Umfang möglich ist. Teilweise ist es nötig, Standard-Therapie-Module durch andere zu ersetzen, beispielsweise Arbeitstherapie durch die ergotherapeutische Gestaltungstherapie. Eine Überprüfung des Therapieerfolges und Besprechung weiterer Schritte im Rehabilitationsprogramm erfolgen regelmäßig. Auf diese Weise erhalten Patientinnen und Patienten mit Doppeldiagnose eine intensive psychiatrische Behandlung. Im letzten Abschnitt der Therapie wird mit den Betroffenen erörtert, dass in der Regel weiterhin eine psychiatrische Behandlung erforderlich ist, zunächst unabhängig davon, ob noch eine medikamentöse Therapie erfolgt. Die psychiatrische Mitbehandlung kann im besten Fall dazu dienen, den Krankheitsverlauf in abstinentem Zustand zu verfolgen und bei erneuten psychotischen Symptomen rechtzeitig eine adäquate Behandlung einzuleiten. Außerdem kann mit dem Patienten, bzw. der Patientin eine spezifisch geeignete Selbsthilfegruppe oder eine andere Anbindung an das ambulante Hilfesystem eingeleitet werden.

Traumafolgestörungen

Bei posttraumatischen Störungen sind die Fähigkeiten zur konstruktiven Selbst-regulation deutlich eingeschränkt. Abhängigkeitserkrankte zeigen deutlich häufiger in ihrer Vorgeschichte Missbrauch, Misshand-lung und Vernachlässigung als die Allgemeinbevölkerung. Ebenso entwickeln traumatisierte Erwachsene in einem höheren Ausmaß eine Störung mit Substanzmissbrauch. Im Rahmen einer abstinenzorientierten Therapie zeigen PatientInnen, wenn ihnen ihre Droge als Mittel zur Selbstmedikation fehlt, häufig wieder vermehrt posttraumatische Symptome, wie Intrusionen, Schlafstörungen, dissoziative Erlebnisweisen, diffuse Anspannungs- und Unruhezustände. Hier greifen traumatherapeutische Ansätze, die in das Thera-pieprogramm in der salus klinik Castrop-Rauxel integriert sind. Sie zielen darauf ab, die Lebenssituation und Fähigkeit zur Bewältigung von Alltagsanforderungen der Abhängigen mit Traumafolgestörungen zu stabilisieren.

Neben der Verringerung des traumatischen Stresses und Aufbau von Symp-tomkontrolle sind weitere wesentliche Behandlungsziele einer integrativen Behandlung von Sucht und Traumfolgestörungen, die Verbesserung der Bewältigungskompetenz im Alltag und in Krisensituationen, der Affektregulation und der Selbstfürsorge.

Nicht in jedem Fall ist es erforderlich, konkrete Traumaerinnerungen zu bearbeiten. Bei in der Regel komplex traumatisierten, suchterkrankten Menschen ist es häufig sogar kontraindiziert, wenn im Rahmen einer umfassenden Stabilisierung, die Betroffenen mehr Sicherheit und Kontrolle in ihrem alltäglichen Leben erreichen und mit rückfallgefährdenden Situationen positiv umgehen können. Sollte aktuelle Bewältigungskompetenz jedoch anhaltend bedroht sein, kann es indikativ erforderlich sein, mit Hilfe spezifischer, schonender Behandlungstechniken traumatische Erinnerungen oder posttraumatische, pathogene Grundüberzeugungen und emotionale Zustandsbilder fokussiert zu bearbeiten.