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Bezugstherapie

Bezugstherapie verbindet die sucht- und psychotherapeutische Behandlung mit der persönlichen Begleitung durch die Zeit Ihrer Rehabilitation. Die Bezugstherapeutin bzw. der Bezugstherapeut steht Ihnen bei der Planung der Behandlung und der nachfolgenden Schritte zur Seite, führt die Gruppen- und Einzeltherapie durch. Die Mitarbeitenden der Bezugstherapie sind auch für indikative Gruppen zuständig, die sich auf spezielle Aspekte oder Problemlagen beziehen.

Angebote der Bezugstherapie

Die Gruppenpsychotherapie nimmt einen zentralen Stellenwert im Rehabilitationsangebot der salus klinik Castrop-Rauxel ein. Sie entspricht einer Bezugsgruppe von regulär acht Patientinnen und Patienten und ist halboffen organisiert.Die Patientengruppe bildet ein soziales Übungsfeld, in dem unter professioneller Leitung bisherige Kommunikations- und Konfliktmuster überprüft, neue nützliche Strategien erlernt und stabilisiert werden. Aktuelle Grenzverletzungen im Kliniksetting und Regelübertretungen können in der Gruppe in einen lebensgeschichtlichen Kontext eingeordnet und geklärt werden. Grundlegende Beziehungsthemen, wie „Autonomie“ und „Abhängigkeit“ bzw. „Bindung“ sind im Therapieprozess immer wieder auszubalancieren. 

Von Beginn der medizinischen Rehabilitation erhält jede/jeder Patient/-in einen Einzelpsychotherapeuten bzw. –therapeutin zugeordnet. Entsprechend bereits vorliegenden Angaben aus Informationsgesprächen, Vorinformationen von Abhängigkeitserkrankten oder von zuweisenden Stellen vor Aufnahme der Therapie erfolgt auf Wunsch eine geschlechtsbezogene Therapeutenwahl und/oder Zuordnung nach einer spezifischen therapeutischen Weiterbildung. Einzelpsychotherapie erfolgt in einer Frequenz von regulär einmal wöchentlich für 50 Minuten Dauer.Die Einzelpsychotherapie garantiert einen erhöhten Schutzraum, den Patientinnen und Patienten für sich nutzen können, intime und schambesetzte Anliegen anzusprechen. 

Die therapeutische Gruppe „Suchtinfo“ richtet sich an Patienten in der Aufnahmephase. Gerade zu Beginn der Behandlung sind viele Patienten sehr ambivalent, mit der Organisation und Struktur im Haus überfordert oder durch persönliche Probleme belastet. Ziel ist es daher, den Austausch über Gefühle und Gedanken zu Therapiebeginn zu ermöglichen, eine erste Sensibilisierung für relevante Therapiethemen zu schaffen und Informationen über das Konzept der Klinik zu vermitteln. Dies geschieht im Rahmen folgender Module: Identität, Suchtentwicklung, Regeln in der Therapie und Rückfallverständnis. 

Für die meisten Menschen ist der Weg aus der Drogenabhängigkeit kein leichter. Oftmals gehören mehrere Anläufe dazu, sich dauerhaft aus der Suchterkrankung zu lösen. Das Rückfallprophylaxe-training soll dazu dienen, zukünftige Rückfälle zu vermeiden und in die Lage versetzen, nach einem Rückfall möglichst schnell wieder zur Abstinenz zurück zu kehren.

In der Interaktion mit anderen die eigenen Wünsche, Bedürfnisse und Ziele zu erreichen, gelingt nicht immer gleich gut. In dieser Gruppe beschäftigen wir uns mit der Frage, wie man die Wahrscheinlichkeit, sein Ziel in der Interaktion möglichst einfach und wenig belastend zu erreichen, steigern kann. Wir setzen uns mit deren Entstehung bestimmter Verhaltensmuster auseinander und bieten die Möglichkeit, Modifikationen zu entwickeln und zu erproben. Methodische Grundlagen der Gruppe sind sowohl in der kognitiven Verhaltenstherapie als auch der integrativen Therapie angesiedelt. Aktuelle Fragestellungen der Teilnehmer finden jederzeit Berücksichtigung.

Abstinentes Leben bedeutet mehr als nur das Suchtmittel wegzulassen. Bei einigen Patienten führt die grundlegende Veränderung des Lebensstils und der Lebensumstände zu einer Verunsicherung in der eigenen Identität. Zudem ist bekannt, dass ein empfundener Mangel in der eignen Identität zu wiederkehrendem Suchtdruck führen kann. In der Gruppe setzten wir uns auf Grundlage der Methode der fünf Säulen der Identität systematisch mit der eigenen Identität auseinander. Diese Bestandsaufnahme bietet sich als Grundlage zur weiteren zielgerichteten Veränderung hin zu einer stabilen Identität und einem zufriedenen, bedürfnisorientierten Leben an.

In der Depressionsgruppe haben Patienten die Möglichkeit mittels kognitiver Umstrukturierungen (oder: verschiedener Techniken) innerpsychische Vorgänge in Form von dysfunktionalen Kognitionen, irrationalen Einstellungen, negativen Bewertungen und ungeprüften Zuschreibungen von Wirklichkeit positiv zu verändern. Dadurch lernen sie Möglichkeiten kennen, die ihnen eine gezielte Einflussnahme auf das Denken, Fühlen und Handeln erlauben, ihre Selbstwirksamkeitserwartungen und ihren Selbstwert zu steigern und die depressive Symptomatik reduzieren.

Bei der Indikationsgruppe „Stress am Arbeitsplatz“ handelt es sich um ein Gesundheitstraining zur Stressbewältigung am Arbeitsplatz. Das Manual enthält als Verhaltenstherapeutisch orientiertes Behandlungsverfahren vor allem informative, edukative und übende Elemente, u. a. wird mit der Definition von Eustress und Disstress begonnen. - „Eustress- „ eu“ heißt „gut“, man muss beispielsweise eine Tätigkeit innerhalb einer bestimmten Zeit erledigen. Diese Tätigkeit macht man aber mit Begeisterung und Freude, dann wird dieser Zeitdruck nicht so als Stress empfunden. Trotzdem ist es auch eine Art von Stress, eben Eustress. -„ Disstress „dis“ heißt „schlecht“ ist der negative Stress mit all seinen körperlichen, geistigen und seelischen Folgen für den Betroffenen. Faktoren können Zeitdruck und zu hohe Erwartungen sein. Er kann über einen längeren Zeitraum zum Burnout führen, wenn es dem Betroffenen kaum gelingt, mit sinnvollen Übungen und Strategien entgegen zu steuern. Erkennen von Stressoren ist aufgrund dessen wichtig, um entsprechend Denken, Fühlen und Handeln zu können. Das Ziel der Teilnahme ist die subjektive Einschätzung der beruflichen Leistungsfähigkeit und Motivation, die Motivation der Teilnehmer zur Auseinandersetzung mit der Sicherung bzw. Wiedererlangung ihres Arbeitsplatzes, sowie Förderung der Selbstwahrnehmung und Eigenkompetenz hinsichtlich des persönlichen Umgangs mit beruflichen Belastungen. Zudem die subjektive Wahrnehmung eines möglichen Zusammenhanges zwischen der beruflichen Belastung und der Entwicklung einer Suchterkrankung.

Die Gruppe richtet sich an diejenigen, welche noch keinen festen Berufswunsch haben oder sich beruflich umorientieren müssen oder wollen. Im Rahmen der Gruppe werden berufliche Ziele und Voraussetzungen zu deren Umsetzung erarbeitet, Ziel ist es die berufliche Motivation durch positive und erreichbare Perspektiven zu erhöhen.