Depression

Der PatientIn wird vermittelt, wie Depressionen und depressive Symptomatiken entstehen, warum sie nicht einfach von alleine verschwinden und was man selbst, abgesehen von der Einnahme gezielter Medikamenten, dagegen tun kann.

In der ersten Hälfte der Indikationsgruppe beschäftigen deshalb Fragen wie "Depression - was ist das überhaupt?", "Warum wird man depressiv?" und "Warum bleibe ich depressiv?"

In der zweiten Hälfte der Indikationsgruppe liegt der Fokus exemplarisch auf den wichtigsten Möglichkeiten, wie die PatientIn selbst einer Depression entgegenwirken oder das erneute Entstehen einer depressiven Symptomatik verhindern kann. Dazu werden die Themenkomplexe "Negatives Denken / Lernen umzudenken", "Aktivitätenaufbau", "Genusstraining" und "Rückfallprophylaxe" behandelt.

Hinsichtlich einer Verbesserung des Emotionsmanagements sowie zur Förderung der Einsicht in die Zusammenhänge zwischen den bestehenden dysfunktionalen Kognitionen und den daraus resultierenden Emotionen und Verhaltensweisen finden Verhaltensanalysen, eine kognitive Umstrukturierung und neue Formen der Emotionsregulierung statt. 

Angst

In der Angstgruppe werden Panikstörungen, Agoraphobien, Sozialphobien und Spezifische Phobien behandelt. Nach der Erarbeitung theoretischer Grundlagen der Angst sowie deren Entstehung und Aufrechterhaltung werden mit den PatientInnen Expositionsübungen durchgeführt, die sich unter allen Behandlungsmethoden als die wirksamsten herausgestellt haben. Bei diesen Verfahren werden die PatientInnen nach bestimmten Regeln mit denjenigen Situationen konfrontiert, die bei ihnen Angst auslösen und die sie meistens in der Vergangenheit gemieden haben. Hierdurch erlernt die PatientIn, ihre Angst selbst zu bewältigen, sie erfährt, dass dass ihr nicht lebensbedrohliches passiert, die Angst auch wieder abklingt und sie selbst die Situation, Gedanken und Gefühle aktiv beeinflussen kann.

Vermittelt werden auch soziale Kompetenzen im Hinblick auf Wahrnehmung und Diskrimination, Kontaktaufnahme, Gesprächsführung, Kritik- und Konfliktfähigkeit, das Stellen von Forderungen bzw. das Äußern von Wünschen, das Sich-Abgrenzen und Neinsagen sowie das Äußern von Lob.

Persönlichkeitsstörungen I

Hierbei handelt es sich um eine DBT-Gruppe für emotional instabile PatientInnen und Borderlinestörungen. Die PatientInnen erlernen verschiedene Methoden ( u.a. sog. Skills), um mehr emotionale, behaviorale und kognitive Stabilität zu erreichen und insbesondere in emotionalen Stressituationen ohne "selbstschädigende Verhaltensweisen" handeln zu können. Es werden Fertigkeiten im Bereich der Achtsamkeit vermittelt sowie im Bereich der Gefühlsregulation. Hierzu gehört die Selbstwahrnehmung von Gefühlen und der Aufbau von Verständnis und Akzeptanz für Gefühle, aber auch das Kennenlernen von Strategien im Umgang mit Gefühlen. Zusätzlich werden Fertigkeiten auch zum Umgang mit extremen Gefühlszuständen vermittelt und individuelle Handlungspläne erarbeitet.

Persönlichkeitsstörungen II

Hierbei handelt es sich um ein gezieltes psychoedukatives Angebot für narzistisch und/oder dissozial strukturierte PatientInnen.

ADHS

Einige PatientInnen leiden seit Kindheit an einer mehr oder weniger diagnostizierten und/oder behandelten ADHS, die oft mithilfe psychotroper Substanzen quasi in Selbstmedikation behandelt wurde, bei anderen stellt sich die Problematik im Verlauf der Therapie erst heraus. In dieser Gruppe wird ein Grundverständnis bzgl. einer möglichen ADHS Erkrankung vermittelt, Strukturierungshilfen und Verhaltenstrainings erlernt, um den Alltag besser und geordneter zu bewältigen 

Migration

Einige PatientInnen haben neben der Suchtproblematik und neben der Komorbidität auch ein schwieriges kulturelles Thema zu bearbeiten, indem es regelmäßig um die eigene "kulturelle Identität" geht. Diese Menschen erleben sich oft - und das ist allen gemeinsam - von klein auf und in allen familiären bis sozialen Settings als "zwischen den Stühlen" sitzend. Dies betrifft Türken, Kurden, Araber, Russlanddeutsche und Asiaten, aber auch Menschen mit Elternteilen aus unterschiedlichen Kulturen. Untereinander unterscheiden sich alle diese "Nationalitäten" darüberhinaus sehr voneinander - abhängig von den religiösen Bezügen und den jeweiligen spezifischen Traditionen.

Ein Verständnis der Sucht, der zwischenmenschlichen Aspekte, der Ziele & Werte etc. ist ohne eine gleichzeitige Reflektion und ein Verständnis der religiösen, kulturellen, ethischen Vorstellungen, die diese Menschen lebenslang begleiten, kaum angemessen möglich.

Diese Aspekte themen- und ressourcenorientiert explizit aufzugreifen, ist das Ziel in der Migrationsgruppe.

In der Auswahl der psychologischen MitarbeiterInnen hat die salus klinik darüberhinaus darauf Wert gelegt, dass der multikulturelle Aspekt in der Patientenschaft sich auch im Team widerspiegelt ( PsychologInnen kommen selbst aus: Polen, Iran, Spanien, Kolumbien, Palästina)

Nichtrauchertraining

In der störungsspezifischen Gruppe zur Tabakabhängigkeit werden verhaltenstherapeutische Grundlagen der Raucherentwöhnung vermittelt. Ziel ist der Aufbau von Fertigkeiten, die eine selbstgesteuerte Beendigung des Rauchens ermöglichen.

Neben psychoedukativen Aspekten ( Informationen zum Störungsbild) werden dabei Strategien der Entscheidungsbildung besprochen. Vor dem Hintergrund der Selbstbeobachtung des Rauchverhaltens ( Rauchertagebuch) wird die konkrete Umsetzung des Rauchstopps ( Schlusspunkt- vs. Reduktionsmethode, kurzfristige Bewältigungsstrategien) geplant. Ausserdem ist eine langfristige Stabilisierung der Tabakabstinenz ( Selbstverstärkung, Rückfallprophylaxe) Inhalt der Gruppe.

Begleitet wird die Gruppe durch die Option einer ärztlich unterstützten Akupunkturbehandlung und der ergänzenden Vergabe von Nikotinpflastern.

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