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Buchempfehlungen aus der salus klinik Friedrichsdorf

Das Verständnis der Beschwerden, Probleme und deren Hintergründe ist ein wichtiger Bestandteil für eine erfolgreiche Therapie und häufig eine wertvolle Hilfe für Angehörige.

Die Suchtfibel

Wie Abhängigkeit entsteht und wie man sich daraus befreit.
Informationen für Betroffene, Angehörige und Interessierte.
Ralf Schneider

Die Suchtfibel hilft mit gleichermaßen verständlichen wie fachlich korrekten Informationen Betroffenen, deren Angehörigen und Fachleuten

  • sich Grundwissen über Sucht und Abhängigkeit anzueignen,
  • das Wesentliche über die am weitesten verbreiteten Suchtformen  zu erfahren,
  • sich selbst bzw. Betroffene besser zu verstehen,
  • Wege aus der Sucht und die notwendigen Schritte dafür zu kennen,
  • die Befreiung von der Sucht vorzubereiten und zu begleiten.

Die Suchtfibel in der aktuellen 19. Auflage (August 2017) für 18,80 Euro im Buchhandel erhältlich.

Die Suchtfibel, Neuauflage Sommer 2017

Die Suchtfibel hat 2013 nach ca. 30 Jahren eine Auflagenhöhe von mehr als 300.000 Exemplaren erreicht. Die wesentlichen Neuerungen seit der 14. Auflage 2009 beziehen sich auf

  • psychotrope Substanzen, die vor allem bei den jüngeren Suchtkranken eine zunehmende Rolle spielen, z.B. Amphetamine, Kokain, Opioide, Ecstasy
  • eine ausführliche Darstellung der neurobiologischen und –psychologischen Grundlagen der Sucht,
  • „Verhaltenssüchte“ (Glücksspiel, Computerspiel, Kaufen u.a.)
  • neuere Therapiebestandteile wie Expositionsverfahren und Achtsamkeit in der Rückfallprävention.

Seit der 14. Auflage wurde die Suchtfibel regelmäßig aktualisiert. Die Aktualisierung 2013 betrifft u.a. Änderungen in den Verfahren zur Prüfung der Fahrtauglichkeit, statistische Angaben sowie Psychopharmaka und Medikamente zur Behandlung der Abhängigkeit.

Die Suchtfibel ist sogar in einem Punkt topaktuell, in dem nichts geändert wurde: in ihrem Titel. Das neue DSM-5 hat international in diesem Jahr „Sucht“ (bzw. addiction) wieder als medizinischen Fachterminus eingeführt, der vor einigen Jahrzehnten durch den Begriff „Abhängigkeit“ ersetzt worden war. Da das für die medizinische Versorgung in Deutschland maßgebliche ICD-10 aber nach wie vor von „Abhängigkeit“ spricht, werden beide Begriffe in der Suchtfibel verwendet.

Zum Autor

Der Autor Ralf Schneider ist psychologischer Psychotherapeut und Geschäftsführer der salus kliniken.

Lesen Sie einen Auszug aus der Suchtfibel

Wieso ist die „Belohnung“ durch Drogen problematisch?

Das Belohnungszentrum im Mittelhirn hat den biologischen Zweck, dass ein damit ausgestattetes Lebewesen nicht nur seinen angeborenen Instinkten und Trieben folgen muss, sondern dass es lernen kann, was in einer sich ändernden Umwelt von Bedeutung für sein Überleben ist. Was wird auf diese Weise gelernt? Erstens lernt man, „automatisch“ eine Wahl zwischen verschiedenen Verhaltensmöglichkeiten zu treffen. Zweitens wird die Aufmerksamkeit für alle Hinweise geschärft, die eine mögliche „Belohnung“ ankündigen. Und drittens gehört zum Lernen das Behalten: das Gedächtnis speichert alle Verhaltensweisen und Signale besonders fest ab, die zu dem Belohnungseffekt führen. Wird das Belohnungssystem beeinträchtigt oder gar zerstört, haben selbst die Nahrungsaufnahme oder die Sexualität keinen Anreiz mehr.

Drogen erzielen ihre Wirkung auf das Belohnungssystem ohne weiteres Zutun des Konsumenten. Er braucht sie nur zu schlucken, einzuatmen oder zu spritzen. Sie ersparen ihm also Anstrengung, Risiken und Zeit. Der Drogenkonsum ist so etwas wie eine radikale Abkürzung auf dem Weg zum Belohnungserlebnis: Belohnung „light“! Und ein leichter Weg macht alle beschwerlichen unattraktiv. Diese Art von Bequemlichkeit wäre vielleicht noch relativ unbedenklich, wenn es neben dem Risiko der Suchtentwicklung nicht zusätzlich drei fatale Nebenwirkungen gäbe:

Erstens ist der Belohnungseffekt von Drogen für das soziale Lernen und die Persönlichkeitsentwicklung so etwas wie eine leere Kalorie in der Ernährung. Solche Kalorien machen nur dick, ohne irgendeinen Nährwert zu haben. Mit anderen Worten: der Drogenkonsum erzeugt keine neuen Erfahrungen, die einen Nutzwert für die psychische und soziale Entwicklung haben. Man verlangsamt damit die eigene Persönlichkeitsentwicklung und verursacht Lücken in wichtigen Fähigkeiten zur Lebensbewältigung, wie Knüpfen und Pflegen von Kontakten, Lernwilligkeit und Entwicklung eigener Interessen, verantwortungsvolle Lösung vom Elternhaus mit Aufrechterhaltung liebevoller Nähe, kompetentes Erledigen der Arbeit usw. 

Zweitens wird die psychische Belastungsfähigkeit geschwächt: Es wird immer schwerer, Belastungen auszuhalten, Schwierigkeiten auszuräumen und auf Belohnung am Ende einer längeren Durststrecke zu warten. Vergleichbar ist dies mit der Schwächung der Muskelkraft, wenn man immer die Seilbahn in den Bergen oder den Aufzug im Gebäude statt der Beine benutzt.

Drittens verlieren alle anderen Tätigkeiten, Kontakte und Erlebnisse, die nicht mit dem Drogenkonsum vereinbar sind, an Wert. Sie können mit der Intensität, der jederzeitigen Verfügbarkeit und dem schnellen Effekt der Droge einfach nicht mithalten. Das ist durch folgende Zahlen leicht nachvollziehbar: die Dopaminausschüttung wird durch Essen um 50%, durch Sex um 100%, durch Nikotin um 225%, durch Morphin um 300%, durch Kokain um 400% und durch Amphetamin um 1000% vermehrt!

Wenn man eine Droge mehrmals genommen hat, wird nicht nur die Droge selbst anziehend, sondern auch all das, was mit der Droge in mehr oder weniger engem Zusammenhang steht. Das können Orte, Gegenstände, Personen, Gerüche, Geräusche, Empfindungen, Gedanken oder Stimmungen sein. Das Gehirn speichert das alles zusammen als Muster ab (“Schema“). Man ist sich dessen aber nur in den seltensten Fällen bewusst. Wenn auch nur ein Element dieses Musters wahrgenommen wird, schließt es als „Schlüsselreiz“ das komplette Schema auf und verursacht so etwas wie einen inneren Sog, der Verhaltensweisen in Gang setzt, die einen näher zum Konsum bringen. Personen, Orte und sonstige Dinge, die früher Signalreize für andere Aktivitäten waren, verlieren an Wirkung und die Vielfalt von Möglichkeiten verkleinert sich. Alles andere verliert neben der Drogenbeschaffung und dem Drogenkonsum an Reiz. Das Leben an sich - ohne Drogen - wird zunehmend freudlos und uninteressant.

Bildlich gesprochen sind Drogen anfangs ein „Lift“ und letztlich „Krücken“ für die Seele

Information zum Buch

Die Suchtfibel: Wie Abhängigkeit entsteht und wie man sich daraus befreit. Informationen für Betroffene, Angehörige und Interessierte

Auflage: 19., korr. Aufl. (01. August 2017)

Taschenbuch mit 452 Seiten,
erschienen bei Schneider Hohengehren
ISBN: 978-3834018007

Preis: EUR 18,80

Hardcover mit 452 Seiten,

erschienen bei Schneider Hohengehren
ISBN: 978-3834018052

Preis: EUR 24,00