
Zwangsstörungen
Im Laufe unseres Lebens erlernen wir viele Normen, Regeln und Gebote, die in der jeweiligen Kultur und in der jeweiligen Familie verankert sind. Diese Werte bilden die Richtschnur für erlaubtes Denken, Handeln und Fühlen und prägen das Selbstverständnis, Handlungen sowie Beziehungen zu Mitmenschen.
Beispiele sind, andere nicht zu verletzen oder jemandem zu schaden, bei Rot nicht über die Straße zu gehen, den Herd nach Benutzung abzuschalten, die Wohnungstür abzuschließen. Die Kenntnisse und Einhaltung von Regeln und Geboten vermitteln ein Stück Sicherheit; ihre Übertretungen können Schuldgefühle und Ängste auslösen oder zu gesellschaftlichen Sanktionen führen.
Von Zwangsstörungen spricht man, wenn quälende, verbotene Gedanken, Ideen Vorstellungen oder Impulse sich immer wieder oder permanent aufdrängen (Zwangsgedanken), oder Handlungen und Rituale immer wieder durchgeführt werden, obwohl sie eigentlich unnötig sind (Zwangshandlungen).
Studien zufolge erkranken rund zwei Prozent aller Menschen im Laufe ihres Lebens einmal an einer Zwangsstörung. Angehörige reagieren oft verständnislos, denn die Zwänge erscheinen oft irrational und bizarr. Weil die Betroffenen sich dessen bewusst sind und sich schämen, halten sie sie geheim - und das meist jahrelang.
Literaturtipp:
Reinecker, H. (2006). Ratgeber Zwangsstörungen. Informationen für Betroffene und Angehörige. Hogrefe: Göttingen.
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