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Alkoholabhängigkeit

Eine Alkoholabhängigkeit ist mit etwa 2 Millionen Betroffenen in Deutschland die häufigste Suchtform.

Das Verhältnis von Männern zu Frauen ist etwa 2:1. Leider vergehen in der Regel über 10 Jahre, bis sich die Betroffenen zu einer Behandlung durchringen.

Eine Alkoholabhängigkeit ist keine Frage der Menge, Häufigkeit, ja nicht einmal der Regelmäßigkeit des Alkoholkonsums und schon gar nicht seiner Auffälligkeit. Wie ernst ein Alkoholproblem ist, lässt sich vielmehr ausschließlich am Ausmaß der körperlichen, sozialen und psychischen Folgeschäden des Alkoholkonsums erkennen.

Die Kriterien für eine Alkoholabhängigkeit (nach ICD-10) lauten:

  1. Starker Wunsch oder eine Art Zwang, Alkohol zu konsumieren. Hatten Sie Verlangen nach Alkohol, dem Sie nicht widerstehen konnten?
  2. Verminderte Kontrollfähigkeit bezüglich des Beginns, der Beendigung oder der Menge des Alkoholkonsums. Kam es vor, dass Sie nicht mehr aufhören konnten zu trinken, wenn Sie einmal angefangen hatten?
  3. Körperliche Entzugserscheinungen bei Beendigung oder Verringerung des Alkoholkonsums. Haben Sie Zittern, Schlafstörungen, Nervosität oder Unruhe, Schweißausbrüche, Herzrasen, Kopfschmerzen, Krampfanfälle oder Übelkeit erlebt, wenn Sie versuchten, Ihren Alkoholkonsum zu reduzieren oder einzustellen?
  4. Toleranzentwicklung Waren zunehmend höhere Trinkmengen erforderlich, um die erwünschte Alkoholwirkung zu erzielen?
  5. Zunehmende Vernachlässigung anderer Interessen oder Hobbys zugunsten des Alkoholkonsums. Erhöhter Zeitaufwand, um Alkohol zu beschaffen, zu trinken oder sich von den Folgen zu erholen.
  6. Unveränderter Alkoholkonsum trotz des Nachweises eindeutiger schädlicher Folgen. Haben Sie weiter getrunken, obwohl sich Ihre Umwelt ernsthaft besorgt über Ihren Alkoholkonsum gezeigt hat?

Wenn mehr als 3 Merkmale zutreffen, dann ist von einer Alkoholabhängigkeit auszugehen.

Bericht eines Betroffenen

„Ich wollte es lange Zeit nicht wahrhaben, dass ich alkoholabhängig bin. Weil so richtig betrunken, war ich ganz selten. Das ist alles irgendwie so schleichend gekommen. Am Schluss brauchte ich den Alkohol ständig, wegen meinem Zittern und meinen Schweißausbrüchen. Gleich morgens, sonst konnte ich nicht aus dem Haus. Natürlich habe ich versucht, das niemanden merken zu lassen. Eine Behandlung habe ich immer abgelehnt, mir eingeredet, das schaffst Du auch so. Für kurze Zeit ging das auch, aber dann kam der Rückfall. Es fällt mir schwer, Hilfe anzunehmen. Die Behandlung in einer Tagesklinik ist für mich ideal, weil ich mich dann weiterhin um meine Eltern kümmern kann.“

Literaturtipp:
Lindenmeyer, J. (2003): Ratgeber Alkoholabhängigkeit. Hogrefe:Göttingen.