facebookicon-eventsicon-facebookicon-jobsicon-level-upicon-logo-globalicon-menu-hamburgericon-newsicon-raute

Essstörungen

Gestörtes Essverhalten ist meist als unpassender Lösungsversuch für seelische und interaktionelle Schwierigkeiten (z.B. Unsicherheit, Selbstwertprobleme, Übergriffserfahrungen) zu verstehen. Gemeinsame Merkmale von Essstörungen sind eine gestörte Gewichtsregulation und ein gestörtes Essverhalten.

 

Drei Haupttypen von Essstörungen werden unterschieden:

Die Magersucht (Anorexia nervosa)

Die Magersucht ist gekennzeichnet durch Untergewicht. Um dies zu erreichen, werden kalorienreiche Speisen gemieden, gefastet, bspw. Erbrechen ausgelöst, Abführmittel, harntreibende Medikamente oder Appetitzügler eingenommen oder durch extreme körperliche Aktivitäten der Energieverbrauch erhöht. Die Wahrnehmung des eigenen Körpers ist selbst bei deutlichem Untergewicht geprägt von der Vorstellung, zu dick zu sein; jedes Gewicht oberhalb des persönlichen Ideals löst Angst aus.

Häufig dreht sich das gesamte Denken, Fühlen und Handeln der Betroffenen nur noch um die Themen Essen und Gewicht. Der Gewichtsverlust führt zu Veränderungen des Hormonhaushaltes, die sich u.a. in einem Ausbleiben der Regelblutung und sexueller Lustlosigkeit zeigen können.

Die Ess-Brech-Sucht (Bulimia nervosa)

Die Ess-Brech-Sucht ist durch eine andauernde übertriebene Beschäftigung mit Essen, Gewicht und Aussehen gekennzeichnet.

Die Betroffenen spüren eine unwiderstehliche Gier nach Nahrungsmitteln, erliegen Essattacken, in denen sie in kurzer Zeit - mit dem Gefühl, dies nicht kontrollieren zu können - ungeheure Mengen verschlingen. Um dadurch nicht dick zu werden, wird Erbrechen herbeigeführt oder mit zeitweiligen Hungerperioden gegengesteuert, werden Abführmittel, harntreibende Medikamente oder Appetitzügler eingenommen oder durch extreme körperliche Aktivitäten der Energieverbrauch erhöht. 

Die Bedeutung von Gewicht und Aussehen ist zentral für das Selbstwertgefühl und die Selbstsicherheit der Betroffenen. Sie versuchen stets verzweifelt, ihr Gewicht unter einer bestimmten Obergrenze zu halten; sie befürchten, unkontrollierbar zuzunehmen.

Es besteht zudem ebenfalls die Selbstwahrnehmung als „zu fett“, mit einer sich aufdrängenden Furcht, zu dick zu werden.

Essstörungen mit massivem Übergewicht

Die Bezeichnung Essstörung oder Esssucht mit deutlichem Übergewicht verweist auf zwei miteinander zusammenhängende Problembereiche:

  • zum einen, welche Gründe zu einem regelmäßigen oder zeitweisen Zuvielessen führen,
  • zum anderen, die körperlichen, seelischen und sozialen Gesichtspunkte der Erkrankung Übergewicht.

Die Betroffenen essen nicht mehr entsprechend dem körpereigenen Energiebedürfnis, gesteuert durch Hunger- und Sättigungsgefühle, sondern zur Befriedigung ganz anderer Bedürfnisse und Sehnsüchte. D.h., es geht dabei kaum um übermäßige Lust an wohlschmeckenden Speisen, sondern vielmehr um den Versuch, gefühlsmäßige Missempfindungen, innere Leere, Enttäuschungen, Sorgen, Ärger oder Trauer zu lindern, sich selbst zu belohnen, kurzfristig Zufriedenheit herzustellen.