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Trauma und Sucht

12-34% aller Rehabilitanden einer Entwöhnungsbehandlung leiden unter einer Traumafolgestörung. Für Frauen liegt die Komorbiditätsrate sogar bei 30-59%. Im Rahmen einer abstinenzorientierten Therapie zeigen Rehabilitandinnen, wenn ihnen die Droge als Mittel zur Selbstmedikation fehlt, häufig wieder vermehrt posttraumatische Symptome, wie Intrusionen, Schlafstörungen, dissoziative Erlebnisweisen, diffuse Anspannungs- und Unruhezustände. Aus diesem Grund hat es für uns einen hohen Stellenwert die betroffenen Rehabilitanden dabei zu unterstützen sich zu stabilisieren und Sicherheit zu finden.

Nach einer genauen Diagnostik wird die Behandlung psychotherapeutisch und fachärztlich psychiatrisch durchgeführt. Die Exploration der traumatischen Ereignisse ist dabei der dyadischen Beziehung zwischen Einzeltherapeut und Rehabilitand vorbehalten. Testpsychologisch und in der speziell eingerichteten „Traumasprechstunde“ wird schließlich die aktuelle Symptomatik erfasst und eine diagnostische Einschätzung vorgenommen.

In der Indikativgruppe „Trauma und Sucht“ steht, neben dem Aufbau von Symptomkontrolle, die integrative Behandlung von Sucht und Traumfolgestörungen, die Verbesserung der Bewältigungskompetenz im Alltag, die Affektregulation und die Selbstfürsorge im Fokus. Darüber hinaus lernen die Rehabilitanden unterschiedliche Imaginationen und Achtsamkeitstechniken kennen, die sie in ihren Klinikalltag integrieren.

Nicht in jedem Fall ist es erforderlich, konkrete Traumaerinnerungen zu bearbeiten. Voraussetzung für Bearbeitung eines traumatischen Erlebnisses ist die Bereitschaft der Rehabilitanden, die Stabilität der Abstinenz und eine gute Nachsorge bzw. Weiterbehandlungsmöglichkeit. Sollte die langfristige Abstinenz ohne Bearbeitung anhaltend bedroht sein, können in solchen Fällen, mit Hilfe spezifischer, schonender Behandlungstechniken, traumatische Erinnerungen oder posttraumatische, pathogene Grundüberzeugungen und emotionale Zustandsbilder fokussiert bearbeitet werden.