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10.11.2020

Auswirkungen des coronabedingten Lockdowns auf die stationäre Rehabilitation von Suchtkranken

Sucht, Jahrgang 66, Heft 5, S. 265-269

Schöneck R.

Zusammenfassung: Zielsetzung: Es gibt Hinweise, dass der coronabedingte Lockdown negative Folgen für Abhängige ohne Behandlungskontakte hatte. Die Arbeit befasst sich mit der Frage, ob bereits erste Folgen des Lockdowns für Patient_innen abzuleiten sind, welche sich während dieser Phase hoher coronabedingter Einschränkungen in einer stationären Rehabilitation für Suchtkranke befunden haben. Methodik: Es sollen erste Hypothesen in Bezug auf Erfolge der Behandlung während der ersten Welle der Pandemie abgeleitet und dies mit ersten Daten zu Rückfällen und Abbrüchen untermauert werden. Dabei sollen auch zwangsläufige Veränderungen in Folge der coronabedingten Einschränkungen auf die stationäre Rehabilitation von Suchtkranken und Erfahrungen im Umgang mit den Einschränkungen beschrieben werden.
Ergebnisse: Während des Lockdowns hat die Anzahl der Rückfälle in unserer Klinik signifikant abgenommen. Anders als erwartet, ist die Rate an Behandlungsabbrüchen nicht signifikant angestiegen. Die Einschränkungen haben einen Beitrag geleistet, dass Betroffene aufgrund der coronabedingten Einschränkungen bereits während der stationären Rehabilitation grundlegende Verhaltensänderungen trainieren mussten und die Risikosituationen bereits während der stationären Rehabilitation deutlich reduziert bzw. besser vorbereitet wurden.
Schlussfolgerungen: Es wird diskutiert, ob und wie die positiven Auswirkungen für die zukünftige Arbeit mit Suchtkranken genutzt werden können.